OBSAI bereitet den Weg für offene Spezifikationen bei Base Station-Modulen

Autor: Kai Nurmenniemi

Obsai

Bisher haben die Hersteller von Mobilfunknetzwerken überwiegend firmenspezifische Module für Base Transceiver Stations (BTS) entwickelt. Eine der wichtigsten Herausforderungen für die Zukunft besteht jetzt darin, kostengünstige Produkte für den Aufbau von Base Stations zu entwickeln, mit denen die Betreiber von Telekommunikationsnetzen neue Services kostengünstig und schnell einführen können. Dieser Ansatz wird von der Technologiegruppe HARTING und mehreren anderen Unternehmen unterstützt.

Zunahme des Netzverkehrs

Abb. 1: Zunahme des Netzverkehrs

Die Open Base Station Architecture Initiative (OBSAI) hat eine komplette Serie offener Spezifikationen für die wichtigsten Modulschnittstellen der Basisstations-Architektur entwickelt. Nur so kann ein offener Markt Realität werden.
Zu den größten Problemen, mit denen Mobilfunknetzbetreiber und andere Service-Provider im mobilen Telekommunikationsmarkt in naher Zukunft zu kämpfen haben, zählen die steigenden Kosten für die Infrastruktur, die zur Bereitstellung der erforderlichen Bandbreiten für neueste mobile Internet-Services erforderlich ist. In letzter Zeit eingeführte und demnächst geplante Services wie Content-Download, Location Based Applications, MMS (Multimedia Messaging Service), Presence Services, Transactional Services und Video-Streaming erhöhen nicht nur die Komplexität der Infrastruktur, sondern werden auch für eine weitere Zunahme des Netzverkehrs sorgen (siehe Abb. 1). Eine große Anzahl von Basisstationen ist erforderlich, um die mobilen Technologien der nächsten Generation anbieten zu können und eine ausreichende Kapazität für die steigende Marktnachfrage bereitzustellen.

KOMPLEX UND TROTZDEM KOSTENGÜNSTIG

OBSAI Base Station-Überblick
 

Abb. 2: OBSAI Base Station-Überblick

Eine größere Komplexität führt in der Regel zu höheren Kapitalinvestitionen und Betriebskosten. In einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt wird es für die Mobilfunknetzbetreiber immer schwieriger, die potentiellen Kostensteigerungen aufzufangen, die diese Entwicklung mit sich bringt. Auch die Kosten für Basisstationen und ihre Implementierung werden sich entscheidend auf die Profitabilität der Netzbetreiber auswirken. Mit dem Ausbau von Netzwerken der nächsten Generation und dem Anstieg der Anzahl von Teilnehmern werden mehr und mehr Basisstationen benötigt, um die vom Markt nachgefragte größere Deckung und höhere Kapazität anbieten zu können. Deshalb ist nach neuen kostengünstigeren Wegen bei der Entwicklung von Infrastrukturausrüstung zu suchen. Nur so können die hohen Kosten reduziert werden, die bei konventionellen Entwicklungsmethoden unweigerlich anfallen. Bei der riesigen Anzahl aufzubauender Basisstationen wirkt sich schon eine kleine kostenwirksame Verbesserung jeder BTS enorm auf die Gesamtinvestition aus, die ein Betreiber zu tätigen hat.

WICHTIGE MARSCHRICHTUNG FÜR DIE BRANCHE

Die Open Base Station Architecture Initiative (OBSAI) ist eine kontinuierlich wachsende Gruppe von Industrieunternehmen mit heute 63 Mitgliedern, bei denen es sich um führende Anbieter von Basisstationen sowie Modul- und Bauteilehersteller handelt. Die Mitglieder von OBSAI haben eine komplette Serie offener Spezifikationen für die Base Station-Architektur entwickelt. Durch Definition einer modularen Basisarchitektur und detaillierte Spezifikationen für die internen Schnittstellen (siehe Abb. 2) will OBSAI einen offenen Markt für Mobilfunkbasisstationen schaffen.

VORTEILE DER OFFENHEIT

har-bus® HM Signal- und HM Power-Steckverbinder

Abb. 3: har-bus® HM Signal- und HM Power-Steckverbinder

Ein offener Markt trägt in erheblicher Weise zur Reduzierung des Aufwands und der Kosten bei, die üblicherweise mit der Entwicklung neuer Base Station-Produkte verbunden sind. Wenn „Off-the-shelf“-Basisstationsmodule angeboten werden, können die Hersteller ihre Entwicklungsbemühungen auf die Schaffung zusätzlicher Werte für die Basisstation konzentrieren, was für gesteigerte Innovationskraft und letztendlich kostengünstigere Produkte sorgt. Weil auf diese Weise zudem die Produktentwicklungszeiten reduziert werden, stehen neue Basisstationsfunktionen noch schneller für den Markt zur Verfügung.
Die Netzbetreiber profitieren so nicht nur vom stärkeren Wettbewerb zwischen den Anbietern von Basisstationen, sondern können neue und fortschrittliche Services auch schneller auf den Markt bringen. Und auch für den Endnutzer ist diese Entwicklung von Vorteil. Er kann mobile Services zu einem annehmbaren Preis nutzen und schneller über neue Serviceleistungen verfügen.

KOMPLETTE SERIE VON INTERFACE-SPEZIFIKATIONEN

OBSAI hat jetzt eine komplette Serie detaillierter Interface-Spezifikationen beschrieben, die die Funktionen aller grundsätzlichen Module von Basisstationen abdecken: Steuerung, Transport, Grundbandbreite und Funk. Die OBSAI-Architektur zeichnet sich durch eine deutliche funktionale Trennung und detaillierte interne Schnittstellenspezifikationen aus, mit deren Hilfe die Hersteller Module schaffen können, die wirklich mit allen OBSAI-fähigen Basisstationen kompatibel sind. OBSAI initiiert dadurch einen neuen, wettbewerbsintensiven Markt interoperativer Module, der aufgrund seiner Größenordnung zu erheblich geringeren Kosten führt.

HARTING UNTERSTÜTZT OBSAI

HARTING ist seit September 2003 ein unterstützendes Mitglied von OBSAI. Die Aktivitäten von HARTING im Wireless-Markt stimmen mit der OBSAI-Grundrichtung überein. Die Spezifikationen geben HARTING die Möglichkeit, eine große Gruppe von Herstellern von Wireless Base Stations sowie Modulhersteller durch einheitliche, dem neuesten Stand der Technik entsprechende Verbindungslösungen zu unterstützen. HARTING hat seine umfassenden Technologie- und Dienstleistungskompetenzen bei OBSAI eingebracht, um zur Definition von Verbindungsspezifikationen beizutragen.
Die har-bus® HM Signal- und HM Power-Steckverbinder entsprechen den OBSAI-Spezifikationen und stellen eine zuverlässige und kostengünstige Lösung für den Anschluss von Plug-in-Einheiten an Rückwandplatinen dar. Die Steckverbinderlösung von HARTING bietet eine hundertprozentige Steck-Kompatibilität mit OBSAI Base Station-Modulen.

Kai Nurmenniemi

Application Engineer



 

HARTING Oy Finnland
Kai Nurmenniemi



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